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Vergangene Anlässe

Auf die unvergessliche 50-Jahr-Feier des IVV am 8. September 2017 im Zwicky-Areal in Fällanden, folgte wiederum ein abwechslungsreiches Jahresprogramm 2018 mit spannenden Gastgeber-Lunches bei Vereinsmitgliedern wie auch Vorträgen im Rahmen von Business-Lunches, wo uns auch ein Weltmeister besuchte.

Letztes Jahr konnten wir ebenfalls wieder die beliebte Sommer-Schifffahrt auf dem Greifensee durchführen – wie immer bei einwandfreiem Wetter.

Wahl-Arena am 8. März 2018

08. März 18

Parkhotel Wallberg, Volketswil

Volketswil nicht zu Tode sparen

Hitzige Diskussionen und Wortgefechte blieben an der Wahlarena aus. Nach eineinhalb Stunden zeigte sich klar: Bei den aktuellen lokalpolitischen Themen vertreten die acht Kandidierenden für den Gemeinderat mehrheitlich identische Standpunkte.

Wahl-Arena mit den 8 Kandidaten

Acht Personen, zusammengesetzt aus zwei Frauen und sechs Männern, buhlen am Sonntag, 15. April für einen der sieben Sitze im Gemeinderat. Sechs Kandidatinnen und Kandidaten treten zum wiederholten an, zwei stellen sich zum ersten Mal auf. „Es ist schön, dass wir in Volketswil eine Auswahl haben“, freute sich Gery Colombo, Präsident des Industrievereins. Es sei in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich, dass sich jemand für ein öffentliches Amt zur Verfügung stelle.

Gemeinsam mit Stephan Ulrich, dem Präsidenten des Gewerbevereins, lud Colombo am Donnerstag, 8. März Akteure und Zuhörer zur Wahlarena in den „Wallberg“ ein. Den Kandidierenden auf den Zahl fühlte Beat Jenny, Inhaber einer Marketing-Agentur am Ort. Zur Debatte standen unter anderem die angespannte Finanzlage sowie die Frage, in welche Richtung sich die Gemeinde in Zukunft bewegen soll.

Bessere Steuerzahler
Eine Möglichkeit, um die Ertragslage der Gemeinde zu verbessern, sah Christian Knechtle (SVP, bisher) im so genannten Zielgruppenmarketing. Es gelte jene natürlichen und juristische Personen hierher zu locken, welche auch tatsächlich Steuern bezahlen würden. Rückhalt für sein Ansinnen erhielt Knechtle von seinem Ratskollegen Daniel North (FDP, bisher). Letzterer erhoffte sich durch die bauliche Verdichtung nicht nur mehr, sondern auch bessere Steuerzahler. Jean-Philippe Pinto (CVP, bisher, auch als Gemeindepräsident) blickte noch etwas weiter in die Zukunft und brach eine Lanze für die Fusion der drei Nachbarn Volketswil, Greifensee und Schwerzenbach.

Nicht zu Tode sparen
Auf die Gegenfrage, wo man dann noch sparen könne, mahnte Karin Ayar (FDP, bisher). „Wir müssen aufpassen, dass wir die Gemeinde nicht zu Tode sparen.“ Denn wenn die Infrastruktur einmal am Boden sei, weil kein Geld mehr für Unterhalt oder Investitionen gesprochen werde, würden bestimmt auch Steuerzahler wegziehen. Michael De Vita-Läubli (GLP, neu) führte aus, dass ein Verkauf des Wallbergs die Finanzen entlasten würde. Zudem erinnerte er daran, dass das Verwalten eines Gastronomiebetriebs keine Gemeindeaufgabe sei. Dem widersprach Claudio Caluori (SVP, neu) – zumindest teilweise: Was den zentral gelegenen Saal betreffe, wäre es aus historischen Gründen nicht verständlich, wenn die Gemeinde diesen aufgäbe. Regina Arter (SVP, bisher) ortete Sparpotential im Zusammenschluss von Politischer und Schulgemeinde. Synergien gäbe es insbesondere in den Bereichen Beschaffungen und Liegenschaftenunterhalt.

„Nichtbeziehung“ beenden
Christoph Keller (parteilos, bisher) stufte das monetäre Sparpotential als vernachlässigbar ein. Dennoch erachtete er die Idee Einheitsgemeinde als prüfenswert, zumal er sich davon eine Vereinfachung auf organisatorischer Ebene verspreche. North und Ayar machten keinen Hehl daraus, dass die Politische und die Schulgemeinde schon seit vielen Jahren eine „Nichtbeziehung“ leben. „Es ist höchste Zeit, dass nun alle Befindlichkeiten beseitigt werden und beide Güter das Thema Einheitsgemeinde gemeinsam und offen miteinander diskutieren“, forderte North.

Ein Teil der Kultur
De Vita-Läubli warf in diesem Zusammenhang den Vorschlag in die Runde, auch die Frage nach einem Parlament zu prüfen. In politischer Hinsicht stecke Volketswil in einem Dornröschenschlaf, diese Tatsache widerspiegele sich den verhältnismässig schlecht besuchten Gemeindeversammlungen. Er wünsche sich eine breitere politische Diskussionskultur. Mit einem Parlament konnten sich seine Mitkonkurrenten auf dem Podium aber nicht anfreunden. Ein Parlament lähme den Betrieb und koste viel Geld, entgegnete Pinto. Keller outete sich als Unterstützer der direkten Demokratie und teilte die Befürchtung, dass ein Ratsbetrieb zu einem Aufblähen der Verwaltung führen würde. Auch North sprach von „Ineffizienz“ und legte dar, warum es nicht so schlimm sei, wenn manchmal nur wenig Stimmbürger den Weg an die Gemeindeversammlung fänden: „Das ist doch ein Zeichen dafür, dass die Leute zufrieden sind.“ Und Keller schob nach: „Es ist ein Teil unserer Kultur in Volketswil, dass man zufrieden ist.“

Bericht: Toni Spitale